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23-11-2009 Bücher
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Cyberpunk in Moskaus Metro - Reloaded |
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Der weltweite Erfolgsroman Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky schrie regelrecht nach einer Fortsetzung. Der nun erschienene Nachfolger Metro 2034 verbreitet – wie der Erstling angesiedelt im Moskauer Untergrundsystem inmitten einer postapokalytischen Kulisse – erneut eine Menge düstere Atmosphäre.
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Für alle, die das Szenario der beiden Glukhovsky-Romane nicht kennen: Moskau in über 20 Jahren. Vor mehreren Jahrzehnten wurde der größte Teil der Welt in einem globalen Atomkrieg ausgelöscht. Nur in der Metro, die gleichzeitig ein gigantischer Atombunker ist, haben mehrere Zehntausend Menschen überlebt und fristen seitdem ein Dasein im Untergrund. Sie sind umgeben von Radioaktivität, mutierten Monstern und der selbst geschaffenen Bedrohung einer in viele Einzelteile zerfallenen und martialischen Restgesellschaft, in der Munition die einzige geltende Währung darstellt.
Inmitten dieser Umgebung reißt die Verbindung der abgelegenen Station Sewastopolskaja zur übrigen Metro plötzlich ab. Der einzige, mühsame Versorgungsweg zu den Handelsstationen der Ringlinie wird für alle Kundschafter zu einer Einbahnstraße ohne Wiederkehr. Als man die Hoffnung schon aufgibt, bricht der geheimnisvolle und unbarmherzige Kämpfer Hunter in Begleitung zweier weiterer Bewohner auf, das Rätsel zu lösen und entdeckt eine Gefahr, die nicht nur eine Bedrohung für die Station, sondern für die gesamten Bewohner des Metrosystem werden kann.
Auch der zweite Roman verbreitet, wie der Erfolgsvorgänger, eine ganze Menge glaubwürdige, düstere Atmosphäre. Er lebt erneut von der genialen Idee, aus der berühmtesten Metro der Welt ein Gewölbe des postapokalyptischen Grauens zu machen. Fans des Cyberpunk werden beim Lesen zufrieden gestellt. Es gibt ganz in der Tradition des Genres keine lichtumfluteten Heldengestalten, dafür ganz viel Trostlosigkeit in einer auf eine primitive Stufe zurückgefallenen Welt. Es fehlen weder spannende Action, noch Fragmente von menschlichem Gefühl und Kultur, die sich verzweifelt wie ein Nachhall in dieser unwirtlichen Welt halten.
Die Charaktere des Plots sind glaubwürdig und logisch, die Story an sich erreicht aber nicht ganz die Spannung der des ersten Romans. Die Wendungen der Handlung sind manchmal vorhersehbar und manches mühsam verdichtete Rätsel löst sich enttäuschend unspektakulär. So wird der Roman zwar nie langweilig und die Atmosphäre hält sich auch noch nach dem Lesen, aber von der Geschichte an sich in diesem meisterhaft gewebten Hintergrund bleibt wenig Herausragendes zurück.
Ein positiver Aspekt des Romans: Auch wenn man Metro 2033 nicht kennt, fällt es nicht schwer, dem Geschehen zu folgen. Das Buch ist weniger eine Fortsetzung, sondern vielmehr eine neue Geschichte in der gleichen Welt. Wer beide Romane nicht kennt, sollte sich jedoch bevorzugt am Erstlingswerk versuchen, das noch einen Tick spannender ist. Wer dieses begeistert verschlungen hat, wird sich auch mit Teil zwei gut unterhalten. Das Szenario bietet durchaus das Potential zu einer längerfristigen Erfolgsreihe.
Daten zum Buch: Dmitry Glukhovsky – Metro 2034, ISBN 978-3453533011, Heyne-Verlag München 2009
Roland Bathon, russland.TV – Russland hören und sehen; mehr Russlandbücher auch unter www.buecher.nachrussland.de
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