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19-10-2009 Bücher
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In den Winter mit Russlands Märchen |
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Wenn es draußen kälter wird, wird Jahr für Jahr klassisch-Russisches in Mitteleuropa beliebt. Hier ist es wohl auch kein Zufall, dass der Gerstenberg-Verlag gerade jetzt „Das Hausbuch der russischen Märchen“ auf den Markt bringt. Dieses soll Eltern und Kinder in heimeliger Wärme beim Vorlesen osteuropäischer Geschichten aus alter Zeit zusammenbringen.
Von anderen Sammlungen des russischen Märchenschatzes unterscheidet sich diese Ausgabe vor allem durch den Hausbuch-Charakter.
Das Format ist groß, die Bebilderung reichlich und durchgehend farbig. So haben gerade Zuhörer im Kleinkindalter immer wieder etwas zu schauen. Für die Illustrationen zeigt sich der aus Samara stammende Künstler Julian Jusim verantwortlich. Seine Zeichnungen entsprechen durchaus der Stimmung der Geschichten aus weit entfernten Tagen. Allerdings ist so manche im Text beschriebene „wunderschöne Prinzessin“ durch den zum Teil eigenwilligen Stil auf den Bildern nicht gerade eine vergleichbare Augenweide.
Ausgewählt wurden für den Band 18 Märchen, mehrheitlich in Russland bekannte Klassiker aus dem Volksgut, aber auch ein paar unbekanntere Stücke. Sie stammen hauptsächlich aus der Sammlung von Alexander Afanasjew, dem „russischen Grimm“, wie er manchmal - wie hier im Buch - genannt wird. Aber auch Kunstmärchen von Marschak, Michailow und Tolstoj finden sich im Band. Einzelne Begriffe aus dem alten Russland werden in einer kleinen Übersicht erklärt. Ansonsten sind die Geschichten sprachlich sehr behutsam in die Moderne übertragen, so dass weder die Atmosphäre unter der Übertragung leidet noch die Verständlichkeit für den heutigen Leser.
So findet sich auf großformatigen 150 Seiten ausreichend Lesestoff für große Leser und kleine Zuhörer. Durch passende Zeilenabstände und Schriftgrößen können sich auch Leseratten im Grundschulalter selbst an die Lektüre machen.
Alles in allem eine ist „Das Hausbuch der russischen Märchen“ eine gelungene Zusammenstellung aus dem slawischen Märchenschatz, die sicher so manchem Leser oder Zuhörer Lust auf mehr machen wird. Wie die Grimmsche Sammlung besteht auch die von Afanasjew aus einer sehr großen Anzahl von unterschiedlichsten Geschichten und man kann immer wieder eine neue Perle entdecken.
Julian Jusim: Das Hausbuch der russischen Märchen, ISBN 978-3836952538, Gerstenberg-Verlag Hildesheim 2009
Roland Bathon – russland.TV – Russland hören und sehen;
mehr Russlandbücher unter www.buecher.nachrussland.de
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